Haarausfall nach Schwangerschaft – Wie lange und wann hört das auf?

Anna Hetz
26. März 2019

Einleitung

Haarausfall nach der Schwangerschaft bzw. nach der Geburt kommt häufiger vor als man denkt. Während der Schwangerschaft ist durch den veränderten Hormonspiegel mit dem Haarwuchs noch alles in Ordnung und oftmals sogar besser als zuvor. Aber nach der Geburt gehen vielen Frauen die Haare aus. Erfahrt hier warum das so ist.

Ursachen

Die Hormonumstellung während der Schwangerschaft zeigt sich am Hautbild, den Nägeln und den Haaren. Die meisten Frauen haben, wenn sie schwanger sind, eine reinere und strahlendere Haut und kräftigeres Haar als zuvor. Grund dafür ist der erhöhte Östrogenspiegel. Das Östrogen fördert die Haarfollikel in der Wachstumsphase, wodurch die Haare wachsen und sehr kräftig sind.

Direkt nach der Geburt sinken die Östrogenwerte und viele Haarfollikel wechseln zeitgleich in die Ruhephase. Das ist der Grund warum das Haar nicht mehr richtig wächst oder sogar ausfällt. Der Haarausfall nach Schwangerschaft und Geburt beginnt oft nur wenige Wochen nach der Entbindung.

Haarausfall und Stillen

Durch das Stillen kann der Haarausfall ein wenig länger dauern, um sich zu normalisieren. Denn das Gleichgewicht der Hormone wie Östrogen und Progesteron muss erst wieder hergestellt werden. Östrogen ist während der Schwangerschaft erhöht, sinkt allerdings nach der Geburt. Prolaktinhormon steigt an, um die Milchproduktion als Vorbereitung auf das Stillen anzuregen.

Stillen hält die hohe Prolaktinkonzentrationen aufrecht, unterdrückt aber Östrogen und Progesteron. Dieses Ungleichgewicht unterdrückt wiederum das Haarwachstum. Sobald man mit dem Stillen aufhört, sollten sich die Östrogen- und Progesteronwerte wieder normalisieren und der Haarausfall geht zurück (Wenn keine anderen Gründe, die den Haarausfall herbeiführen).

Haarausfall und Ernährung

Die richtige Ernährung ist für das Wohlbefinden von Mutter und Kind sehr wichtig. Sie ist nicht nur während der Schwangerschaft, sondern auch danach entscheidend, weil der Körper heilen muss und auch eine gute Milchproduktion braucht. Ein Vitamin-und Mineralstoffmangel kann zu einem langanhaltendem Haarausfall führen.

Der Körper nimmt nämlich die wenigen Nährstoffen, die er nur bekommt, für die Organe, denn das Wachstum von Haare und Nägel ist nicht lebensnotwenig, sowie eine ausreichende Versorgung der Organe. Deswegen nehmt genügend Vitamine und Mineralien zu euch!

Haarausfall und Stress

Stress ist auch ein Grund für Haarausfall. Stress durch kurze und anstrengende Nächte, gerade am Anfang nach der Schwangerschaft können strapaziös sein. Das Baby schreit, es schläft nicht, man ist ständig wach und macht sich sämtliche andere Sorgen. Das alles führt zu einem hohen Stresspegel im Körper.

Wenn der Körper unter Stress steht, produzieren und geben die Nebennieren Cortisol frei. Cortisol ist ein sogenanntes Steroidhormon, das die Freisetzung von Adrenalin anregt, was zu einer „Kampf-oder-Flucht“ -Reaktion führt. Zu wenig Schlaf zeigt, dass die Kortisolproduktion am folgenden Abend erhöht sein kann – was bedeutet, dass es schwerer wird einzuschlafen.

Zu viel Stress kann zu einem dauerhaften hohen Cortisolspiegel führen, was die Produktion anderer Hormone unterdrückt, die für ein gesundes Haarwachstum notwendig sind. Über eine längeren Zeitraum kann eine Überproduktion von Cortisol die Nebennieren ermüden und dazu führen, dass der Körper zu wenig andere Hormone produziert, was wiederum zu einem Haarausfall führen kann.

Stress wurde uns durch die Evolution mit auf den Weg gegeben, um in lebensgefährlichen Situationen entweder mit Kampf oder Flucht rasch zu reagieren. Wenn wir einem Dauerstress ausgesetzt sind, wird es für den Körper gefährlich. Dauerstress hat den Nachteil, dass die Hormone und Botenstoffe ungenützt im Körper kreisen und somit gesundheitlichen Schaden anrichten.

Dauer des Haarausfalls

In den meisten Fällen normalisiert sich der Hormonspiegel nach drei bis sechs Monaten und das Wachstum der Haare verläuft wieder normal. Manchmal kann es auch bis zu einem Jahr dauern, bis der Haarausfall nach Schwangerschaft und der Hormonumstellung wieder nachlässt.

haare

Kein Grund zur Sorge

Ein paar Haare mehr wie sonst in der Bürste nach dem Kämmen sind noch kein Haarausfall, sondern normal. Jedes einzelne Haar besitzt nur eine bestimmte Lebenszeit, circa zwei bis sechs Jahre, dann fällt es aus und an der selben Stelle wächst ein neues. Deswegen verliert man bis zu hundert Haare jeden Tag.

Wenn aber über mehrere Wochen täglich mehr als hundert Haare ausfallen und sich lichte Stellen bilden, spricht man von einem Haarausfall. Der schwangerschaftsbedingte Haarverlust verteilt sich oft über den ganzen Kopf. Sehr stark an der Schläfen und dem Mittelscheitel zu sehen. Dieser Haarausfall nach der Schwangerschaft ist nicht so schlimm und hört meist von alleine auf, sobald sich die Hormone wieder richtig eingependelt haben.

Wann zum Arzt?

Wenn man sich gesund und munter fühlt gibt es keinen Grund zur Sorge, wenn einem mal ein paar mehr Haare ausfallen. Bei extremen Haarausfall sollte man aber das Gespräch mit dem Frauenarzt suchen. Wenn zu den Symptonen noch Müdigkeit und eine sehr blasse Haut hinzukommt, könnte ein Eisenmangel vorliegen.

Der Arzt kann über das Blut einen Mangel erkenne und Vitaminpräperate verschreiben. Es könnte aber auch eine Erkrankung der Schilddrüse vorliegen. Der Arzt kann auch eine Überweisung zu einem Dermatologen anweisen, um eine Infektion oder Hauterkrankung auszuschließen.

Einige Dermatologen bieten eine spezielle Haarsprechstunde an, um der Ursache für den starken Haarausfall zu finden. Nach einer Schwangerschaft und auch in der Stillzeit kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Beispielsweise von Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen wie Zink und Eisen.

Wenn man sich also sehr unsicher ist und der Haarausfall nach der Schwangerschaft besonders ausgeprägt ist sollte man einen Experten zu Rate ziehen. Denn je schneller die Ursache gefunden wird, desto eher kann mit der Therapie begonnen werden, um endlich wieder volles Haar zu haben.

arzt

Was tun?

Leider kann man gegen einen Haarausfall nach der Schwangerschaft recht wenig tun. Nach der Geburt braucht der weibliche Körper vor allem Ruhe und Zeit um zu regenerieren. Die Entbindung, der Schlafmangel, möglicher Stress und eine eventuelle Mangelernährung können den Haarausfall begünstigen.

Das kann man tun um leichte Abhilfe zu schaffen:

  • Sanfte Shampoos verwenden, um das Haar und die Kopfhaut zu schonen.
  • Das Haar offen tragen, denn ein Zopf oder Pferdeschwanz verstärkt die Reizung und führt eher zum Ausfallen der Haare.
  • Den Kopf massieren, denn das regt die Durchblutung der Kopfhaut an.
  • Dem Körper Ruhe geben.
  • Ausgewogen und gesund essen.
  • Vitamine und Mineralien zusätzlich einnehmen.

Auf jeden Fall sollte man keine Shampoos oder Haarwassern, die vermehrtes Haarwachstum versprechen. benutzen. Das Zauberwort heißt: Geduld, denn nach neun Monaten bis einem Jahr löst sich das Problem meist von alleine.

vitamine

Weitere Gründe

Folgende Gründe kann es außerdem für einen Haarausfall nach der Schwangerschaft geben:

– Stress aufgrund der neuen Lebensumstände.
– Eiweiß-, Vitamin-, Zink- oder Eisenmangel aufgrund des Stillens.
– Schlechte Ernährung infolge von Diäten, um die Schwangerschaftskilos zu verlieren.
– Schilddrüsenerkrankung.
– Infektionen.
– Entzündung der Kopfhaut.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PGRpdiBjbGFzcz0iYXN0LW9lbWJlZC1jb250YWluZXIiPjxpZnJhbWUgd2lkdGg9IjEyMDAiIGhlaWdodD0iNjc1IiBzcmM9Imh0dHBzOi8vd3d3LnlvdXR1YmUtbm9jb29raWUuY29tL2VtYmVkL1BLTy1LRWJ4alpBP2ZlYXR1cmU9b2VtYmVkIiBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYWxsb3c9ImFjY2VsZXJvbWV0ZXI7IGF1dG9wbGF5OyBlbmNyeXB0ZWQtbWVkaWE7IGd5cm9zY29wZTsgcGljdHVyZS1pbi1waWN0dXJlIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4+PC9pZnJhbWU+PC9kaXY+

Fazit

Haarausfall nach der Schwangerschaft kann Selbstzweifel, depressive Verstimmungen, sogar Ängste auslösen. Aber liebe Frauen, macht euch keine Sorgen! Denn meist ist der Haarausfall nach der Schwangerschaft nur ein vorübergehender Effekt. Meist nacht neun Monaten nach der Geburt werden die bilden sich neue Haare. Denn da ist der Östrogenmangel wieder ausgeglichen und die Haare wachsen genauso wie vor der Schwangerschaft.  Falls der Haarausfall länger dauert sollte man einen Arzt aufsuchen. So und jetzt genießt eurer Babyglück und freut euch über eure schönen Haare, die bald wieder sprießen.

Studien

  1. Hu H-m, Zhang S-b, Lei X-h, et al. Estrogen leads to reversible hair cycle retardation through inducing premature catagen and maintaining telogen. PloS one.2012;7(7):e40124. http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0040124
  2. Stenn KS. Molecular insights into the hair follicle and its pathology: a review of recent developments. International Journal of Dermatology. 2003;42(1):40-43. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12581142
  3. Nissimov J, Elchalal U. Scalp hair diameter increases during pregnancy. Clinical and experimental dermatology. 2003;28(5):525-530. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1046/j.1365-2230.2003.01331.x/full
  4. Montelongo A, Lasunción MA, Pallardo LF, Herrera E. Longitudinal study of plasma lipoproteins and hormones during pregnancy in normal and diabetic women. Diabetes.1992;41(12):1651-1659. http://diabetes.diabetesjournals.org/content/41/12/1651
  5. Ohnemus U, Uenalan M, Inzunza J, Gustafsson J-Ak, Paus R. The hair follicle as an estrogen target and source. Endocrine reviews. 2006;27(6):677-706. https://academic.oup.com/edrv/article/27/6/677/2355194
  6. Buckwalter JG, Stanczyk FZ, McCleary CA, et al. Pregnancy, the postpartum, and steroid hormones: effects on cognition and mood. Psychoneuroendocrinology. 1999;24(1):69-84. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10098220
  7. SCHIFF BL, KERN AB. Study of postpartum alopecia. Archives of dermatology. 1963;87(5):609-611. https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/article-abstract/527997
  8. Wuu J, Hellerstein S, Lipworth L, et al. Correlates of pregnancy oestrogen, progesterone and sex hormone-binding globulin in the USA and China. European journal of cancer prevention. 2002;11(3):283-293. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12131662
  9. Bonnar J, Franklin M, Nott P, McNeilly A. Effect of breast-feeding on pituitary-ovarian function after childbirth. Br Med J. 1975;4(5988):82-84. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1674910/pdf/brmedj01468-0026.pdf
  10. Dorrington J, Gore-Langton RE. Prolactin inhibits oestrogen synthesis in the ovary. Nature. 1981;290(5807):600-602. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6783964
  11. Leproult R, Copinschi G, Buxton O, Van Cauter E. Sleep loss results in an elevation of cortisol levels the next evening. Sleep. 1997;20(10):865-870.https://watermark.silverchair.com/sleep-20-10-865.pdf
  12. Miller GE, Chen E, Zhou ES. If it goes up, must it come down? Chronic stress and the hypothalamic-pituitary-adrenocortical axis in humans. American Psychological Association; 2007. https://cpb-us-e1.wpmucdn.com/sites.northwestern.edu
  13. Meerlo P, Sgoifo A, Suchecki D. Restricted and disrupted sleep: effects on autonomic function, neuroendocrine stress systems, and stress responsivity. Sleep medicine reviews.2008;12(3):197-210. http://www.smrv-journal.com/article/S1087-0792(07)00098-6/fulltext
Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Anna Hetz

Anna Hetz

Hey, mein Name ist Anna und als zertifizierte Fitness Trainerin habe ich in den letzten Jahren dutzenden Menschen mit der richtigen Ernährung und Training zu einem besseren Körper verholfen. Aktuell teile ich mein Wissen auf You Optimized und bei Fragen könnt ihr euch jederzeit gerne melden.

Die TOP 10 Biohacks von
Wim Hof, Dave Asprey, Aubrey Marcus. & Co für mehr Power im Leben.

Einfach E-Mail eintragen und Performance steigern