Ist CBD Legal in Österreich, Deutschland und Schweiz?

Anna Hetz
12. Januar 2019

Einleitung

Wie in unserem Artikel THC vs. CBD schon thematisiert gibt es deutliche Unterschiede zwischen beiden Wirkstoffen und dementsprechend unterschiedlich ist die Gesetzeslage.

Was unterscheidet CBD von gewöhnlichem Marihuana?

CBD ist eine natürliche Verbindung, enthalten in Cannabis und Hanf. THC ist in diesem Zusammenhang weit bekannter und nicht umsonst das geläufigste Cannabinoid. THC steht für den Rausch, der durch den Cannabis Konsum ausgelöst wird. Vom Aufbau her ähneln sich CBD und THC stark, beide sehen und riechen ähnlich, sogar die chemische Formel ist identisch.

Viele Personen konsumieren Marihuana, damit sie besser schlafen können. Auch hierfür ist THC verantwortlich. CBD bewirkt jedoch genau das Gegenteil und ist eher ein Muntermacher. Der Körper wird entspannt, die Wirkung auf das Gehirn bleibt aus. Herkömmliches „Gras“ wird aus den getrockneten Pflanzenteilen der weiblichen Cannabispflanze gewonnen. Der größte Unterschied zwischen Marihuana und CBD besteht darin, dass CBD dich nicht high macht. Der Stoff ist nicht-psychoaktiv.

Dies bedeutet, CBD wirkt nicht auf das zentrale Nervensystem ein und hat keinen Einfluss auf die Wahrnehmung oder die Auffassungsgabe. Legales Cannabis besitzt zwar einen Restanteil an THC. Dieser ist jedoch viel zu gering, um einen Rausch auszulösen.

Aktuelle Rechtslage in Österreich – Stand: 31.10.2018

CBD fällt im Gegensatz zu THC nicht in das Arznei- & Suchtmittelschutzgesetz und bleibt legal. Somit können CBD Produkt legal ver- & gekauft werden. Nicht legal ist hingegen der freie Verkauf als Arznei. Zudem darf der THC Gehalt dieser CBD Produkte nicht über 0.3% liegen. Die Rechtslage ist aktuell insofern schwierig da viele Gesetze geändert und neu definiert werden. Darüber hinaus gibt es Konflikte mit dem EU Gesetz, welches sogar den Konsum von CBD ergänzend zu einer ausgewogenen Ernährung empfiehlt.

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CBD in Deutschland

Im Gegensatz zu THC (ausgenommen sind selten Ausnahmen aus medizinischen Gründen) ist CBD in Deutschland legal. Argumentiert wird das mit der nicht psychoaktiven Wirkung von CBD. Das ist nur halb richtig, denn CBD kann sehr wohl unsere Psyche (positiv) beeinflussen. Vor allem im Bezug auf Stress Reduktion und Linderung von Angst. Darunter fallen sowohl Arznei- als auch Kosmetik Produkte. Auch CBD Produkte die als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden sind legal.

Bei der Verschreibung muss kein Betäubungsmittelrezept ausgestellt werden. Hanföle, deren CBD-Anteil unter 0,2% liegt, dürfen frei verkauft werden.

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Arzneimittel

Hierbei sollte man beachten, dass Arzneimittel mit CBD zwar erlaubt sind aber Rezeptpflichtig sind. Das heißt, dass der Arzt ein Rezept ausschreiben muss welches der Patient dann bei der Apotheke vorweisen muss.

Grenzwerte

Sofern der etwaige THC Gehalt unter 0,2% liegt sind CBD Produkte unbedenklich zu erwerben, kaufen und kosumieren.

CBD fällt unter Nahrungsergänzungsmittel

Laut §2(3) des deutschen Arzneimittelgesetzes gilt Cannabidiol als Nahrungsergänzungsmittel. Es ist somit grundsätzlich kein Arzneimittel und ist somit legal und frei erhältlich. Der einzige Zusatz zu diesem Gesetz ist das vorgechriebene Mindestalter von 18 Jahren.

Anbau & Herkunft

Zudem dürfen CBD ausschließlich aus angebauten Nutzhanf gewonnen werden. Dieser enthält grundsätzlich kaum CBD und wird hauptsächlich für die Herstellung von Kleidung usw. verwendet.

CBD in der Schweiz

Grundsätzlich betreibt die Schweiz eine liberale Drogenpolitik und ist in dieser Hinsicht äußerst innovativ. Beim Thema Cannabis befinden wir uns jedoch in einer juristisches Grauzone. Die Rechtslage ist etwas komplizierter und undurchsichtiger. Es gibt immer wieder Händler und Käufer die die aktuellen Gesetze geschickt umgehen können. Grundsätzlich ist der Anbau von Hanf komplett legal und unterliegt nicht mal der Meldepflicht. Der Besitz von Produkten mit THC jedoch nicht.

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CBD als Lebensmittel

CBD fällt in der Schweiz aktuell noch unter das Lebensmittelgesetzt. Das heißt, dass alle Produkte die mit CBD enthalten oder angereicht werden als Lebensmittel deklariert werden. Unklar ist jedoch wie hoch der maximale Grenzwert für Delta 9-Tetrahydrocannabinol-Gehalt nun in Lebensmitteln tatsächlich sein dar. Das Rauchen von CBD Tabak fällt nicht unter das Lebensmittelschutzgesetz, da es nur die Schleimhäute berührt. Ansicht ist das zu 100% legal sofern die Dosis von CBD als unbedenklich gilt. Aufpassen: Falls man CBD als Zusatz für E-Zigaretten verwendet kann man in rechtliche Schwierigkeiten kommen. Denn das ist aktuell illegal.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]CBD ist auch nur legal sofern es NICHT als ARZNEI Produkt deklariert und verwendet wird. Den genauen Rechtsabschnitt finden sie hier: Art. 4 Abs. 1 Bst. A. des Heilmittelgesetzes (HMG; SR 812.21). Des weiteren darf es NICHT als KOSMETIK Produkt verkauft und genutzt werden. Das besagt Artikel 54 Absatz 1 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV; SR 817.02).

Die wichtigsten Punkte

  • CBD wird als Lebensmittel deklariert und ist grundsätzlich legal.
  • CBD-Liquids sind für den Verkauf in der Schweiz nicht zugelassen. Jedoch ist der Konsum im Verdampfer erlaubt (ohne Zusätze).
  • Produkte als Arznei oder Heilmittel zu deklarieren (Konsum und Handel), ist  verboten. Beim Import sollte man auf jeden Fall Rücksprache mit dem Zollamt halten.
  • CBD-Öle sind erlaubt. Die Bedienung ist, dass sie nicht den maximalen Delta 9-Tetrahydrocannabinol-Gehalt überschreiten. Dieser Grenzwert wurde noch nicht definiert.

Zusammenfassung

CBD ist nach der aktuellen Rechtslage im gesamten deutschsprachigen Raum legal. Jedoch gibt es lokale Einschränkungen vor allem wenn es um die Deklarierung solcher Produkte geht.

Das deutsche Arzneimittelgesetz deklariert CBD in §2 als Nahrungsergänzungsmittel. Die Anerkennung als Heilmittel ist in Deutschland bislang nicht offiziell gegeben.

In der EU Richtlinie 2002/46/EG wird CBD als Beitrag zur täglichen Ernährung eingestuft. Damit ist CBD ein zugelassenes Nahrungsergänzungsmittel. CBD-Produkte kannst du also jederzeit kaufen oder im Internet bestellen, die einzige Voraussetzung hierfür, du musst ein Mindestalter von 18 Jahren besitzen.

Ob das in Zukunft so bleibt wird sich noch zeigen, denn in Österreich gibt es seit 2019 schon heiße Diskussionen rund um das Thema CBD. Die aktuelle Regierung fordert ein Verbot und eine strengere Regulierung.

Die häufigsten Fragen auf einen Blick

Ist CBD legal?
Ja. Aber es gibt Einschränkungen.

Darf ich CBD Produkte kaufen und besitzen?
Ja. Die Hanfpflanzen sind zugelassene EU-Nutzhanfsorten.

Wie ist CBD reguliert? 
Nach der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Nahrungsmittel Sicherheit (AGES) sind cannabinoidhaltige Öle und Extrakte keine Nahrungsergänzungsmittel gemäß § 3 Z 4 des Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetzes (LMSVG, BGBl I Nr. 13/2006 idgF). Aus diesem Grund fallen sie nicht unter das Anwendungsgebiet des Lebensmittelrechts (www.ages.at).  Der Wirkstoff CBD fällt auch nicht unter das Arzneimittelgesetz. Es bestehen allerdings Bemühungen – unter der Voraussetzung, dass sich die Wirkung von CBD klinisch weiter belegen lässt – CBD durch das Arzneimittelgesetz zu regulieren.

Ab welchem Alter kann ich CBD kaufen?
Ab 18 Jahren.

Gegen welche Beschwerden hilft CBD?
CBD wird, wissenschaftlich belegt, ein medizinisch signifikanter Nutzen zugesprochen. So findet CBD unter anderem bei Verspannungen, Entzündungen, chronischen Schmerzen, Epilepsie und Spastiken, Angstzuständen, Depressionen, MS, Parkinson und weiteren neurologischen Erkrankungen seine Anwendung. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die klinische Wirksamkeit von CBD noch nicht vollends bewiesen ist.

Werde ich „High“ von CBD? 
Nein. Der Wirkstoff, welcher ein „High“ verursacht ist THC. THC wirkt psychoaktiv und fällt unter das Suchtmittel und Arzneimittelgesetz.

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Schlagwörter
Anna Hetz

Anna Hetz

Hey, mein Name ist Anna und als zertifizierte Fitness Trainerin habe ich in den letzten Jahren dutzenden Menschen mit der richtigen Ernährung und Training zu einem besseren Körper verholfen. Aktuell teile ich mein Wissen auf You Optimized und bei Fragen könnt ihr euch jederzeit gerne melden.
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