So ungesund ist Süßstoff wirklich! – Süßstoffe im Überblick [2019]

Daniele Madonia
25. Februar 2019

Einleitung:

Süßstoffe werden von vielen Menschen als der gesunde Zuckerersatz gesehen. Doch wie gesund ist Süßstoff und welche Auswirkungen hat Süßstoff auf den Insulinspiegel. Diverse Süßstoff Arten wie Stevia, Sucralose, Cyclamat, Saccharin, Aspartam, Acesulfam und die Mönchsfrucht im Überblick. Schon ein Light-Getränk pro Tag kann laut einer aktuellen Studie zu einer höheren Krebsgefahr führen.

Ist Süßstoff ungesund? Süßstoff oder Zucker?

Süßstoffe sind künstlich sowie natürlich hergestellte chemische Verbindungen welche als Zuckeralternativen zu Haushaltzucker dienen. Die vielen verschiedenen Arten bergen verschiedenste Süßkräfte sowie  Vor- und Nachteile.

Sucralose:

Sucralose ist ungefähr 600 mal süßer als Haushaltszucker. Die geschmackliche Wahrnehmung der süße setzt spät ein und hält lang als Nachgeschmack an ohne bitter zu schmecken. Gegenteilig zu Zucker kann Sucralose im Körper nicht von Enzymen zu Glucose abgebaut werden. Sucralose wird direkt aus Zucker hergestellt, was ihr Anfangs harmlos scheinen lässt. Jedoch ist das Ergebnis ein extremst unnatürlicher Stoff. Dem Zucker werden 3 OH-Gruppen entzogen und Chlor zugesetzt. Bei einer Fructoseintoleranz gilt es Sucralose besser zu meiden, da diese meist zu stärkeren Symptomen als Fructose führt.

 

Saccharin:

Wissenschaftler haben untersucht, ob die Stimulierung der süß Rezeptoren im Mund mit Saccharin zu einem Anstieg des Insulinspiegels führt.

Ergebnisse waren gemischt.

Eine Studie ergab, dass das Waschen mit einer Saccharinlösung im Mund (ohne Schlucken) den Insulinspiegel ansteigen ließ (1).

Andere Studien haben keine Auswirkungen gefunden (2, 3). Des weiteren ist bei Studien immer zu beachten, wer diese finanziert und wann diese durchgeführt wurden. (1) wurde 1988 und (2) wurde 1995 durchgeführt. Die Studie (3) welche jedoch einen Insulinanstieg nachwies wurde 2008 publiziert. Daher lässt sich sagen, dass ein Insulinsanstieg durch den Verzehr von Süßstoffen möglich ist.

Aspartam

Aspartam ist vielleicht der bekannteste und umstrittenste künstliche Süßstoff.

Aspartam (E 951), auch bekannt als „NutraSweet“ und „Canderel“ ist ein Süßstoff 200mal süßer als Zucker. Aspartam hat genau wie Zucker 4 kcal. Durch die niedrige Dosierung, kann Aspartam jedoch als Kalorienfrei betrachtet werden. Aspartam gleicht dem süßen Geschmack von Zucker sehr stark im Gegensatz zu andern Süßstoffen, welche oft einen leicht bitteren Nachgeschmack besitzen.

Der Süßstoff ist mittlerweile in über 100 Ländern in mehr als 9000 Produkten enthalten.

Aspartam besteht aus den Aminosäuren Phenylalanin (50%) und Asparginsäure (40%) sowie zu 10% aus dem Alkohol Methanol.

Nach der Einnahme zerfällt Aspartam wieder in seine 3 Ausgangsstoffe.

Methanol wird vom Körper zu Formalin (Formaldehyd) und Methansäure abgebaut. Formalin ist jedoch ein tödliches Nervengift und wird im Organismus gespeichert und nicht wieder abgebaut. Der dauerhafte Konsum von Aspartam kann daher sehr gefährlich werden. 

Auch die Aminosäure Phenylalanin ist teilweise nicht abbaubar und lagert sich im Gehirn an. Zu den Symptomen zählen: Kopfschmerzen, Migräne, Gedächtnisverlust, Blindheit, Beeinträchtigung des Hörvermögens.

Da Diabetiker oft unter starken Augenproblemen leiden, stellt sich, beim dem hohen Süßstoff Konsum von Zuckerkranken die Frage: Könnte möglicherweise Aspartam die Ursache der Störungen an der Netzhaut sein?!

Des weiteren führt ein erhöhter Phenylalanin Gehalt im Blut zu einem verringerten Serotoninspiegel, was oftmals die Ursache von emotionalen Störungen wie z.B. Depressionen sein kann.

Warum dieser “Süßstoff” jedoch weiter erhältlich und in sehr vielen Lebensmittel vorhanden ist, ist fraglich. Wie auch die Frage: Warum soviel Studien von Herstellern Aspartam seit Jahren als unbedenklich deklarieren.

Anti-Aspartam-Aktivisten behaupten, dass es eine Verbindung zwischen Aspartam und einer Vielzahl von Beschwerden gibt, darunter:

  • Krebs
  • Anfälle
  • Kopfschmerzen
  • Depression
  • Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)
  • Schwindel
  • Gewichtszunahme
  • Geburtsfehler
  • Lupus
  • Alzheimer-Erkrankung
  • Multiple Sklerose (MS)

Acesulfam

Acesulfam K E950 ist ein künstlicher Süßstoff welcher 200 Mal süßer ist als Zucker.  Acesulfam K wird normalerweise in einer Mischung mit anderen Süßstoffen wie Aspartam und Sucralose gefunden. Diese werden oft miteinander vermischt, um den bitteren Nachgeschmack zu überdecken, der entsteht, wenn Süßungsmittel allein verwendet werden.

Interessanterweise wird angenommen, dass Acesulfam K nicht im Körper abgebaut oder gespeichert wird und stattdessen unverändert im Urin abgegeben.

Cyclamat

Cyclamat (E 952) ist ein synthetischer Süßstoff. Es ist 35-mal süßer als Zucker und hat einen sehr zuckerähnlichen Geschmack. Cyclamat steht unter verdacht Krebserregend zu sein und wurde daher in den USA 1970 bis heute verboten. In Deutschland ist es jedoch seit 1963 zugelassen und bis heute ein in der EU zugelassenen Süßstoff. Jedoch nur für bestimmte Lebensmittel mit einer Höchstmengenbeschränkung. Zum süßen von Bonbons, Speiseeis und Kaugummis ist es jedoch verboten. 

Stevia

Stevia ist der Name einer grünen Kräuterpflanze, die in Südamerika heimisch ist und wegen ihrer extrem süßen Blätter seit Jahrhunderten verwendet wird. Steviaglycoside, hauptsächlich Steviosid und Rebaudiosid, sind die für ihre Süße verantwortlichen Wirkstoffe. Stevia-Extrakt ist abhängig von der Verbindung durchschnittlich etwa 200-mal süßer als Zucker und erhöht bei Einnahme den Blutzuckerspiegel nicht. Im Gegensatz zu normalem Zucker hat es auch keine negativen Nebenwirkungen auf den Körper und ist besonders für Diabetiker von Nutzen.

Da immer mehr Forschungen über diese wunderbare neue Option für Menschen mit einer kohlenhydratkontrollierten Diät beginnen, steigt die Zahl der Länder, die Stevia als Süßungsmittel und Lebensmittelzusatzstoff zulassen. 2011 hat die EU die Verwendung von Stevia in allen 27 Ländern genehmigt.

Luo Han Guo (Mönchsfrucht)

Luo Han Guo auch bekannt als “Buddha-Frucht” oder „Mönchs-Frucht“, wurde erstmals in den Aufzeichnungen der chinesischen Mönche aus dem 13. Jahrhundert erwähnt.  Luo Han Guo ist eine sehr süße und runde getrocknete Frucht, die typischerweise in südchinesischen Provinzen wie Guangdong, Guizhou, Hunan und Jiangxi angebaut wird.

Luo Han Guo kann verwendet werden, um Husten, Halsschmerzen und andere Atemwegserkrankungen zu lindern. Es kann auch gegen Verstopfung und chronische Enteritis eingesetzt werden.

Heutzutage ist Luo Han Guo jedoch als natürlicher Süßstoff ohne Kaloriengehalt bekannt. Er ist ungefähr 150 bis 250 mal süßer als Haushaltszucker und hat keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.

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Süßstoff und Insulin schädlich

Das Hormon Insulin wirkt wie ein Schlüssel. Durch Insulin kann Blutzucker das Blut verlassen und in unsere Zellen gelangen, wo es zur Energiegewinnung verwendet oder als Fett gespeichert wird.

Nun Stellt sich die Frage, ob durch die Einnahme von Süßstoffen Insulin ausgeschüttet wird.

Eine Theorie Bezüglich Insulin ist wie folgt: Durch die süße, egal ob 0 kcal wird dem Gehirn bzw. dem Magen signalisiert, dass gerade etwas Zuckerähnliches gegessen wurde und der Körper stößt Insulin aus um den Zucker aufzunehmen. Doch nun wird kein Zucker verdaut und das Insulin wird unnütz produziert, was zu einer Insulinresistenz führen kann.

Diese These ist mittlerweile weit verbreitet, doch gehen wir nun darauf ein wie bzw. warum Insulin ausgeschüttet wird.

Der Blutzuckerspiegel steigt an, wenn wir kohlenhydrathaltige Lebensmittel essen. Kartoffeln, Brot, Nudeln, Kuchen und Süßigkeiten sind einige Lebensmittel, die reich an Kohlenhydraten sind. Wenn sie verdaut werden, werden Kohlenhydrate von den Darmbakterien in Zucker zerlegt und in den Blutkreislauf aufgenommen.

Nun ist unklar, ob der anstieg des Blutzuckerspiegels zur vermehrten Insulinausschüttung führt oder der Körper im Vorhinein dem Gehirn durch den süßen Geschmack signalisiert Insulin zu produzieren um den “Zucker” in die Zellen zu transportieren.

Ein israelisches Forscherteam stellte in einer Studie fest, dass Süßstoffe das Körpergewicht erhöhen und den Glucosestoffwechsel stören. Das wiederum sind Risikofaktoren für Diabetes.

Für das erste Experiment setzten sie dem Trinkwasser von Mäusen über elf Wochen hinweg die Süßstoffe Saccharin (E 954), Sucralose (E 955) oder Aspartam (E 951) zu. Eine vierte Gruppe bekam Zuckerwasser zu trinken, die Kontrollgruppe reines Wasser.

Die Mäuse, die Süßstoffe aufgenommen hatten, hatten am Ende den höchsten Glucosespiegel – höher auch als der Blutzuckerspiegel der Mäuse, die Zuckerwasser getrunken hatte.

Gehen wir davon aus, dass ein erhöhter Blutzuckerspiegel zu einer vermehrten Ausschüttung des Hormons Insulin führt. So lässt sich sagen, dass die vermehrte Einnahme von Süßstoffen zu einer Insulinresistenz führen kann.

Süßstoff und Fasten

Das Ziel beim Fasten ist es über eine bestimmte Zeitperiode bsp. 16 Stunden nichts zu essen. Dh. den Blutzuckerspiegel nicht durch die Einnahme von Nahrung zu erhöhen.

Vorteile vom Fasten wie beispielsweise eine erhöhte Produktion von Wachstumshormonen etc. findet ihr hier.

Nun stellt sich die Frage: Sind Süßstoffe beim fasten erlaubt?

Grundsätzlich sind: Wasser, Tee und Kaffee beim fasten unbedenklich. Wobei Kaffee … Da man dachte das Süßstoffe den Insulinspiegel nicht erhöhen, müsste es doch beim fasten erlaubt sein, oder?

Doch wie in der obigen Studie erwähnt ist der Blutzuckerspiegel durch Süßstoffe erhöht und kann daher zu Übergewicht usw. führen.

Somit kann man ganz klar sagen: NEIN, Süßstoff ist beim fasten nicht erlaubt, da Süßstoff den Blutzuckerspiegel beeinflussen kann.

Süßstoffe verändern Darmflora

Regelmäßiger Gebrauch von Süßstoffen verändert das Gleichgewicht unserer Darmbakterien. Dies könnte dazu führen, dass unsere Zellen gegenüber dem produzierten Insulin resistent werden, was zu erhöhten Blutzucker- und Insulinspiegeln führt. Daher spielt die Darmflora beim Thema Süßstoff und Insulin eine wichtige Rolle.

In einer Studie (4) wurden die Darmbakterien von Mäusen, welche Süßstoff aufgenommen hatte, in Mäuse welche keinen Süßstoff konsumiert hatten.

Es zeigte sich, dass sich der gestörte Glucosestoffwechsel auf die anderen Mäuse übertrug.

Dann wurden die Mäuse mit Antibiotika behandelten, welche die Darmflora abtöteten und schon war die Disbalance des Glucosestoffwechsels aufgehoben.

Süßstoff macht dick Nebenwirkungen

Eine Analyse ergab, dass Süßstoffe zu einer veränderten Bakterienzusammensetzung im Darm führten.

Mäusen, welchen Süßstoff zugeführt wurde, waren davon betroffen vermehrt Darmbakterien zu produzieren. Diese wiederum wandeln Kohlenhydrate in Zucker bzw. kurzzkettigen Fettsäuren um. Beides führt bei hohen Mengen zu Übergewicht.

Des weiteren wurden 381 gesunde Teilnehmern befragt ob und wie viel Süßstoff sie konsumieren. Die Teilnehmer welche regelmäßig Süßstoff verzerrten wogen mehr und hatten zudem einen gestörten Glucosestoffwechsel.

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Süßstoffe oder Zucker?

Die Antwort: “Keines von beidem”. bzw. Zucker in Grenzen.

Immer mehr Süßstoffe werden durch Studien als ungesund deklariert. Doch viele “Experten”, Institute sowie Gesundheitsartikel stellen Süßstoffe immer noch als unbedenklich dar. Dies obwohl bekannt ist, das Aspartam beispielsweise neurotoxisch wirkt und somit ein Nervengift ist.

Doch auch Zucker ist nicht unbedenklich. In einer Studie vom 05. März 2017 wurden 4000 Menschen getestet. Diejenigen, die regelmäßig gezuckerte Getränke konsumierten, hatten ein schlechteres Gedächtnis, kleineres Hirnvolumen und einen viel kleineren Hippocampus. Hier reichen schon 3 gezuckerte Limonaden wöchentlich um das Risiko vehement zu steigern. Allesamt Risikofaktoren für die Alzheimer Krankheit.

Der Hippocampus ist im Gehirn für das Erinnerungsvermögen und Lernprozesse zuständig.

Um den Glucosespiegel im Blut dauerhaft zu senken sollten Zucker sowie Süßstoffe gemieden werden.

Süßstoff und Demenz

Eine Studie zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall oder eine Demenz zu erleiden, um das Dreifache steigt, wenn man täglich Diätgetränke konsumiert. Getränke mit Süßstoffen stellen daher für diese Menschen keine gesunde Alternative dar.

Vermutlich führt, eine durch Süßstoffe, veränderte Darmflora zu einer Beeinflussung des Gehirns. Was Wiederrum das Risiko für ADHS, Depressionen, Autismus und auch für Alzheimer erhöhen kann.

Süßstoff und Diabetes

Bei Diabetes Typ 2 kann der Organismus den eintreffenden Zucker nicht mehr gut genug verstoffwechseln. Die Zellen entwickeln zunehmend eine Insulinresistenz.  Dadurch kann der aufgenommene Zucker teilweise nicht mehr durch die Zellen passieren und führt zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Nun verwenden viele Kranke Süßstoffe, doch wissen nicht das auch Süßstoffe zur einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels führen können.

Süßstoff in der Schwangerschaft

Obwohl die Studienlage hierzu ziemlich unklar ist, weisen wir darauf hin das künstlicher Süßstoff im allgemeinen nicht gesund ist. Daher empfehlen wir auch während der Schwangerschaft keine Süßstoffe zu konsumieren.

Fazit

Einige Süßstoffe weisen eine Menge Nebenwirkungen auf und sollten daher auf jeden Fall gemieden werden. Achten sie darauf in welchen Lebensmitteln, Kaugummis, Bonbons, Nahrungsergänzungsmitteln, Mundspülungen usw. Süßstoffe wie Aspartam, Sucralose, Saccharin, Acesulfam, Cyclamat etc. vorhanden sind. Streichen sie diese aus der Ernährung und suchen Sie sich Alternativen zu diesen Produkten. Stevia und Luo Han Guo weisen sich als unbedenklich auf.

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Daniele Madonia

Daniele Madonia

Hey, mein Name ist Daniele Madonia und seit über fünf Jahren beschäftige ich mich weitreichend mit Fitness, Gesundheit, pflanzlicher Ernährung und Biohacking. Des weiteren bin Gründer von YouOptimized und wirke, durch meine Erfahrung, zu einem großen Teil, bei der Produktentwicklung mit. Ich hoffe, dass auch du mit YouOptimized das maximum aus deiner Fitness sowie deinem gesundheitlichen Potential schöpfst! Sportliche Grüße, Daniele
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