Luzides Träumen: Lernen mit Anleitung (Techniken) sowie Gefahren & Erfahrungen

Anna Hetz
11. Juli 2019

Einleitung

Knapp ein Drittel unseres Lebens schlafen wir und während wir schlafen träumen wir. Träume können schön, aber auch erschrekcend sein. In unseren Träumen verarbeiten wir das, was wir in unsrem Alltag erleben. Luzides träumen oder auch Klartraum oder Wachtraum genannt ist, wenn man sich bewusst darüber bist, dass man gerade träumst. Träume deuten ist eine Fähigkeit, die jeder Mensch lernen kann. Nur wie funktioniert das? Wir zeigen es euch.

Erinnerung an Träume

Das Träumen sind ein subjektives Erleben während des Schlafes. Oftmals kann man sich an das Geträumte nach dem Aufwachen erinnern. Sich morgens an Träume zu erinnern, ist laut Studien variabel (von fast nie bis immer).

Gezieltes Aufwecken in Schlaflaboren lassen vermuten, dass bei Weckungen aus dem REM-Schlaf (Rapid Eye Movement = schnelle Augenbewegungen) die Erinnerungsrate bei fast 100 Prozent liegt. Auch beim Einschlafen, im normalen Schlaf und sogar im Tiefschlaf ist die Erinnerungsrate hoch. Man nimm an, dass die dauergehende Bewusstseinsaktivität, die im Wachzustand vorhanden ist, im Schlaf nicht unterbrochen wird. Da heiß also, dass das Gehirn und das Bewusstsein nie.

Im REM-Schlaf werden die Impulse vom Motorkortex (auch motorische Rinde genannt, ist ein abgrenzbarer Bereich der Großhirnrinde und das funktionelle System, von dem aus willkürliche Bewegungen gesteuert und aus einfachen Bewegungsmustern komplexe Abfolgen zusammengestellt werden) zu den Muskelzellen im Hirnstamm aktiv blockiert, um sicherzustellen, dass wir ruhig schlafen können, während wir träumen. Das ganze Gehirn ist am Träumen beteiligt.

Auch die subjektiv erlebte Zeit entspricht ziemlich genau der real abgelaufenen Zeit. Studien zeigen, dass im REM-Schlaf das limbische System (Verarbeitung von Emotionen) sogar aktiver ist als im Wachzustand. Das heißt, dass viele Träume auch viele Gefühle in unterschiedlicher Intensität enthalten.

Forscher gehen davon aus, dass man vieles was man erlebt in Träumen verarbeitet. Träume haben eine Art Problemlösefunktion – das Mischen von vergangenen und aktuellen Erfahrungen sowie das Durchspielen von verschiedenen Szenarien, das in den Träumen vorkommt, deutet darauf hin. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass die Gehirnaktivität, die mit dem subjektiven Erleben des Träumens verbunden ist, nicht die komplette Aktivität des Gehirns während des Schlafs darstellt.

Da sich so viele Forscher dem Thema Träumen widmen, geht man davon aus, dass Träume eine logische Funktion haben müssen, denn ansonsten würde das Träumen aus der Sicht der Evolution keinen Sinn ergeben. Traumforscher haben daher unterschiedliche Funktionen von Träumen ausfindig gemacht.

Jeden Tag wird das Gehirn von so vielen Sinneseindrücken überschüttet, die es überhaupt nicht direkt verarbeiten kann. Oft fehlt die Zeit, diese Eindrücke zu ordnen und zu interpretieren. Im Schlaf ist man viel weniger Reizen ausgesetzt und das Gehirn hat dann  Zeit, das Erlebte im Schlaf zu verarbeiten.

Auch die Aufarbeitung von verdrängten Erlebnissen und Erinnerungen geschieht häufig in der Nacht. Verdrängte Erinnerungen oder traumatische Erlebnisse wirken in der Seele dauerhaft nach, da sie im Unterbewusstsein gespeichert sind, welches sie von der bewusst wahrgenommenen Gedankenwelt fernhält. In Träumen kommuniziert dieses Unterbewusstsein mit dem Bewusstsein und zeigt in Form von Traumsymbolen an, womit es sich beschäftigt.

tiefschlaf

Albträume sind Träume die mit negativen Gefühlen verbunden sind, dass die träumende Person davon oft erwacht. In typischen Albträumen geht es um Verfolgung, Fallen oder Tod. Oft verspürt man Angst während eines Albtraumes. Denn diese Form des träumen ist häufig mit angsteinflößende Bilder verbunden, die sehr bedrückende und negative Emotionen hervorrufen, bis man schließlich aufwacht. 

Aber nicht immer muss mit einem Albtraum Angst einhergehen, auch können die Träume durch Trauer gekennzeichnet sein. Was einem im Traum beunruhigt, sind meist unbewusste Persönlichkeitsmerkmale, die sich im Bewusstsein manifestieren können.

Circa fünf Prozent der Bevölkerung hat regelmäßig Albträume. Bei der Entstehung von Albträumen wirken Gene, Persönlichkeit und aktueller Stress zusammen.

 

Traumarten

Es gibt sehr viele unterschiedlicher Traumarten. Träume können von von Angst, Freude, Liebe, Lust, Panik handeln oder sie weisen auf Probleme oder Lösungen hin und dienen allgemein der Verarbeitung der eigenen Erfahrungen. Innerhalb der Träume treten bestimmte Muster, sowie wiederkehrende Inhalte auf. Es geht aber auch um die Erlebnisformen, denn Träume sind nicht nur Bilder, die man nachts sieht sehen, sie können auch interaktiv sein oder im Wachzustand auftreten.

Oftmals sind die Grenzen auch verschwommen, so dass sich ein Traum nicht genau in eine Kategorie einordnen lässt. Auch spielt es eine Rolle, ob man im Traum aktiv oder passiv handelt. Träume mit hoher Aktivität können Tatendrang symbolisieren, dass man im realen Leben etwas Bestimmtes tun möchte. Agiert man eher passiv im Traum kann es dafür stehen, dass man sich hilflos fühlt oder man selbst bestimmte Situationen nicht lenken kann. 

Albtraum

Es gibt wie weiter oben bereits erwähnt Albträume, welche sich dadurch auszeichnen, dass man oft Angst verspürt. Die Bilder und Handlungen sind meist grausam, häufig führen sie zum Erwachen. Albträume nichts Ungewöhnliches. Sie sind nächtliche Erfahrungen, die psychisch und physisch aufwühlend sind, ansonsten aber keine längerfristigen Auswirkungen nach sich ziehen. Treten Albträume allerdings regelmäßig oder immer in bestimmten Lebenssituationen auf, sollte man ihnen unbedingt Beachtung schenken, denn dann sind diese Träume nicht nur Zufall, sondern dahinter verbergen sich starke Ängsten, Sorgen und seelischem Ungleichgewicht. Man spricht dann auch von wiederkehrenden Träumen oder Recurring Dreams.

Tagtraum und vorausschauende Träume

Tagträume entstehen sehr oft in langweiligen und monotonen Situationen, wenn man seinen Gedanken freien Lauf lässt. Eine besondere Faszination geht auch von präkognitiven Träumen aus. Man nennt sie auch vorausschauende Träume, denn das, was man im Traum gesehen hat, geschieht später tatsächlich in der Realität.

Klartraum/Luzider Traum

Klarträume oder luzide Träume sind Träume indenen man sich bewusst ist, dass man träumt.

Wissenschaftliche Klassifikation von Traumarten

Um die unterschiedlichen Traumarten wissenschaftlich zu erforschen, brauchen Traumforscher bestimmte Definitionen für die jeweiligen Traumarten. Man hat sich darauf geeinigt, dass es sich bei Träumen um eine psychische Aktivität während des Schlafs handelt. Daher wurde die Träume noch weiter untergliedert.

Und zwar unterscheidet man zwischen REM- und NREM-Träumen. Bei REM-Träume bewegen sich die Augen sehr schnell und die Träume treten in der Schlafphase kurz vorm Aufwachen auf. Das sind auch die Träume, an die man sich stärksten erinnert. NREM-Träume, sind sogenannte Non-REM-Schlafphasen. Dabei hat man eher Gedanken und weniger Bilder während des Schlafens. An sie kann man sich schlecht erinnern. 

NREM-Träume bezeichnet man auch als Einschlaf-Träume. Diese treten in der Übergangsphase vom Wach- in den Schlafzustand auf. Sie sind oft Fortsetzungen der Gedanken, die man vor dem Einschlafen hatte. Erinnerungen an Einschlaf-Träume hat man in der Regel nur, wenn man währenddessen aufgeweckt wird.

Auch der Pavor nocturnus ist eine Form von NREM-Träumen. Oft wird er mit Albträumen verwechselt, aber Albträume sind Phänomene des REM-Schlafs. Der Pavor nocturnus dagegen tritt in den NREM-Phasen N2 oder N3 auf. Der Grund für die Verwechslung mit Albträumen ist, dass der Träumende mit Angst und schweißgebadet aufwachen kann. Das Erwachen ist ein wichtiges Merkmal zur Abgrenzung von Albträumen und normalen schlechten Träumen. Das Erwachen geschieht mitten in der Tiefschlafphase. Wenn man durch Pavor nocturnus erwacht kann man sich allerdings so gut wie nie an den Traum erinnern. Oft ist man danach apathisch und sogar mehrere Minuten lang nicht ansprechbar.

Eine weitere Traumart wird als posttraumatische Wiederholungen bezeichnet. Posttraumatische Wiederholungen sind Träume, die immer wiederkehren und auf ein bestimmtes traumatisches Erlebnis deuten. Das Trauma oder traumatische Erlebnis kann körperlich, psychisch oder durch beides ausgelöst werden. Posttraumatische Wiederholungen können sowohl im REM-, als auch im NREM-Schlaf auftreten.

träumen

4. WILD-Methode

WILD heißt Wake-Initiated Lucid Dream und bedeutet, das Bewusstsein vom Wachzustand in den Traum mitzunehmen. Das Prinzip hinter der WILD-Methode ist es, in Schlafzustand zu kommen, während man bei Bewusstsein ist. Diese Art der Einleitung von luziden Träumen schenkt einem ein außergewöhnlihches  Erlebnis, selbst wenn der Übergang in den Klartraum nicht funktionieren sollte.

Am schwersten bei der WILD-Methode ist die Selbstbeherrschung. Bis zum Eintreten des Klartraums sollte man sich nicht bewegen, sondern ganz ruhig liegen. Man braucht also Ruhe und muss sich richtig entspannen können. Am besten legt man sich in einen dunkeln Raum, in dem man nicht ablenkt ist. 

Wenn man den passenden “Platz” dafür gefunden hat geht es zum bewusste Einschlafen ohne jegliche Bewegung. Am besten legt man sich auf den Rücken, die Beine sind leicht gespreizt und die Arme neben dem Körper. Wichtig ist, dass die Liegeposition bequem ist, damit man sich auch wirklich nicht bewegen will. Jetzt konzentriert man sich auf seine Atmung, schließt die Augen und wartet. Die Atmung sollte ruhig sein und sich der Atmung während des Tiefschlafs anpassen. 

Die Schwierigkeit

Das Schwierigste ist jeden noch so kleinen Bewegungsdrang zu ignorieren. Egal, ob etwas juckt, man einfach schlucken oder blinzeln möchte. Jede bewusste Bewegung stört den Übergang in den Schlafzustand. Der Körper soll denken, das Bewusstsein befände sich bereits im Tiefschlaf.

Die besondere Schwierigkeit ist es, das Bewusstsein in echt aktiv zu halten ohne dass der Körper es mitbekommt. Das geschieht durch Konzentration auf bestimmte Gedanken oder die eigene Atmung. Die Gedanken müssen aber konzentriert bleiben. Denkt man nämlich zu viel und kommt in einen fortlaufenden Gedankenfluss, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man ganz normal einschläft.

Wenn bis hier in alles “richtig” läuft, folgt nun der Übergang in die Schlafparalyse, gefolgt vom Eintreten des luziden Traums. Genau hier ist wieder Konzentration und Disziplin Vorraussetzung. Während des Übergangs in die Schlafparalyse kann es sein, dass man ein merkwürdiges Körpergefühl entwickelt. Es heißt, dass man sich fühlt, als würde der Körper beschwert werden oder als würde er sich im Raum bewegen. Auch von gefühlter Wärme oder kribbelnden in den Gliedmaßen wird berichtet. Auch kann es sein, dass man akustische Halluzinationen bekommt. Beispielsweise kann man ein Rauschen hören. 

Hat sich die Schlafparalyse eingestellt, folgt der Klartraum. Typisch können hier optische Halluzinationen, wie Bilder oder Muster sein. Der Übergang in den luziden Traum ist daher auf jeden Fall eine besondere Erfahrung. Wichtig ist, dass man nicht bewusst eingreift oder versucht etwas gegen die verschiedenen Halluzinationen zu machen. Denn greift man ein, scheitert man ganz kurz vor dem tatsächlichen Klartraum.

Übung macht den Meister

Es braucht Übung und Fingerspitzengefühl, den Durchbruch wirklich zu schaffen. Auch Reality Checks sollte man so lange unterlassen, bis es in der eigenen Wahrnehmung keinen Zweifel mehr gibt, dass man sich im Zustand des Träumens befindet. Hat man den Durchbruch in den Klartraum geschafft, sind alle Symptome der Übergangsphase verschwunden. Das reale Körpergefühl ist nicht mehr spürbar oder wahrnehmbar, es gibt nur noch das Bewusstsein und die Traumwelt, ansonsten herrscht eine völlige Leere. Das ist der genau der richtige Zeitpunkt für einen Reality Check und der Anfang einer außergewöhnlichen Erfahrung.

Was ist Luzides Träumen? 

Als luzide Träume bezeichnet man Träume, die der Träumende fast wie im Wachzustand wahrnimmt. Obwohl sich die träumende Person physisch in schlafendem Zustand befindet, kann sie ihren Traum mit vollem Bewusstsein wahrnehmen und ist sich vollkommen im Klaren darüber, dass sie träumt. Das Bewusstsein, sich in einem Traum zu befinden, ist nur ein Aspekt eines luziden Traums. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist, dass der Träumende die Handlung des Traums beeinflussen kann. Er hat die Fähigkeit, sich frei für oder gegen eine Handlung zu entscheiden.

In luziden Träumen kann der Träumende seine Träume kontrollieren, er nimmt sie bewusst wahr und kann sein Traumhandeln aktiv beeinflussen. Luzide Träume sind ganz besondere Phänomene, die sich sogar praktisch nutzen lassen. 

Luzides Träumen Lernen (Techniken)

Luzide Träume oder auch Klarträume sind faszinierend, denn die Grenzen zwischen Wachzustand und Traum verschwinden und die Wahrnehmung des Trauminhalts ähnelt der Realität. Klarträume bieten eine neue Dimension der Wahrnehmung und können auch heilsam sein. Sie werden therapeutisch bei der Behandlung wiederkehrender Albträume oder bei der Therapie von Phobien eingesetzt. Mit der Hilfe von luziden träumen kann man viel über sich selbst erfahren und Probleme des realen Lebens lösen bzw. Lösungen finden.

Es gibt mehrere Techniken diese Klarträume zu erlernen. Die verschiedenen Techniken können kombiniert werden und ergänzen sich zum Teil sehr gut. Neben bestimmten Techniken, die luzide Träume herbeiführen, gibt es Methoden, die die Wahrscheinlichkeit, einen Klartraum zu erleben, erhöhen.

1. Realitäts-Check

Wer Klarträumen möchte, muss man sich bewusst sein, dass man träumt und das kann mit Hilfe eines Reality Checks geschehen. Der Träumende kann im Tiefschlaf überprüfen, ob er sich in einem Traum befindet. Damit das funktioniert, müssen die Reality Checks zu erst im Wachzustand eingeübt werden.

Reality Checks basieren auf einem Aha-Effekt, der eintritt, wenn etwas ungewöhnliches passiert. Viele der Alltagssituationen bzw. Handlungen laufen automatisch ab. Es entstehen Routinen wie beispielsweise Zähne putzen, immer den selben Weg zur Arbeit zu nehmen usw. Man kann sich oft nicht an die kleinen Details währenddessen erinnern bzw. sie werden einfach nicht wahrgenommen. 

Was man aber kann ist, dass man sich an ungewöhnliches, auch Monate oder Jahre später erinnern kann. Alles was die Routine des Alltags unterbrochen hat und was ungewöhnlich war wird meist abgespeichert.  Genau auf diesem Prinzip bauen Reality Checks auf. Reality Checks sind für das bewusste Festigen bzw. Erinnern von Klarträumen von größter Bedeutung.

Träume sind nicht an die Physik gebunden oder logisch, deswegen kann man innerhalb eines Traums Situationen herbeiführen, die in der Realität außergewöhnlich oder unüblich sind, da sie in echt einfach nicht vorkommen.

Beispiele

Ein bekanntes Bespiel für den Realitäts-Check: Man hält sich in der Mund und Nase zu und versucht zu atmen – was natürlich nicht geht. In einem Traum funktioniert das aber, da es sich nur um eine Vorstellung handelt. Der Körper atmet normal weiter, auch wenn man sich vorstellt nicht zu atmen. Die ungewöhnliche Reaktion auf diese Handlung, das Weiteratmen, sorgt für ein ungewöhnliches Ereignis. Dadurch wird man aufmerksam, so dass einem bewusst wird, dass man träumt.

Der Gedanke dahinter, die Erwartungshaltung entgegen dem erfahrungsgemäß eintretenden Ergebnis der Handlung in der Realität zu setzen ist, dass der Überraschungseffekt umso größer ist, wenn das erwartete Ergebnis wirklich eintritt. Wenn also das erhoffte Atmen mit zugehaltenem Mund und Nase endlich funktioniert.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, diese Realitäts-Checks zu gestalten. Man muss bei Alltagshandlungen einfach nur traumtypische Reaktionen erhoffen.  Ein weiterer beliebter Reality-Check ist es einfach kurz zu hüpfen, denn Sprünge im Traum sind viel weiter und höher als in der Realität. Genau diese hohen Sprünge sollte man beim Reality Check erwarten.

Weitere Beispiele sind, dass Lichtschalter in Träumen oft keine Funktion haben, Uhren unterschiedliche Zeiten oder Symbole anzeigen oder Texte beim erneuten Lesen anders sind, als beim ersten hinschauen. Für einen Realitäts-Check kann man einfach kurz wegsehen und einen bestimmten Satz anschließend als einen anderen wahrnehmen. Steht also ein anderer Satz an dieser Stelle, träumt man.

Das regelmäßige Wiederholen dieser “ungewöhnlichen” Handlungen hat das Ziel, dass sie mit der Zeit auch unbewusst durchgeführt und normal werden. Dadurch steigt die Chance, dass diese Handlungen in Träume einfließen.

luzides träumen

2. Traumtagebuch führen

Um einen Klartraum zu erleben, muss man sich an seine Träume erinnern können und sich dieser Träume auch bewusst sein. Ein Traumtagebuch zu führen kann helfen. Die Träume sollte man direkt nach dem Erwachen aufschreiben, wenn man sich noch an an das meiste erinnert. Das Auseinandersetzen mit den eigenen Träumen sorgt dafür, dass sie länger im Gedächtnis bleiben. Vor dem Einschlafen kann man das Traumtagebuch nochmals lesen, um das Gehirn auf das Träumen einzustellen. Das verbessert das Traumgedächtnis, das das Erlernen von Klarträumen fördert.

3. Mindsurfing

Beim Mindsurfing stellt man sich einen Wecker, der einen nach 4-6 Stunden Schlaf weckt. Dann bleibt man für 5 – 50 Minuten wach und legt sich wieder hin. Aber diesmal nimmt man sich in Gedanken fest vor, sich beim nächsten Aufwachen nicht zu bewegen und nicht die Augen zu öffnen. Man versucht quasi sein Bewusstsein vom Körper zu trennen, indem man sich vorstellt, dass man aus dem Körper “hinausgeht”. Man stellt sich ganz intensiv vor, dass man seinen Körper nicht bewegt bzw. man den Körper einfach so verlassen kann. Nach einigen “Trainings” findet man sich in einem Klartraum wieder.

Traum

4. WILD-Methode

WILD heißt Wake-Initiated Lucid Dream und bedeutet, das Bewusstsein vom Wachzustand in den Traum mitzunehmen. Das Prinzip hinter der WILD-Methode ist es, in Schlafzustand zu kommen, während man bei Bewusstsein ist. Diese Art der Einleitung von luziden Träumen schenkt einem ein außergewöhnlihches  Erlebnis, selbst wenn der Übergang in den Klartraum nicht funktionieren sollte.

Am schwersten bei der WILD-Methode ist die Selbstbeherrschung. Bis zum Eintreten des Klartraums sollte man sich nicht bewegen, sondern ganz ruhig liegen. Man braucht also Ruhe und muss sich richtig entspannen können. Am besten legt man sich in einen dunkeln Raum, in dem man nicht ablenkt ist. 

Wenn man den passenden “Platz” dafür gefunden hat geht es zum bewusste Einschlafen ohne jegliche Bewegung. Am besten legt man sich auf den Rücken, die Beine sind leicht gespreizt und die Arme neben dem Körper. Wichtig ist, dass die Liegeposition bequem ist, damit man sich auch wirklich nicht bewegen will. Jetzt konzentriert man sich auf seine Atmung, schließt die Augen und wartet. Die Atmung sollte ruhig sein und sich der Atmung während des Tiefschlafs anpassen. 

Die Schwierigkeit

Das Schwierigste ist jeden noch so kleinen Bewegungsdrang zu ignorieren. Egal, ob etwas juckt, man einfach schlucken oder blinzeln möchte. Jede bewusste Bewegung stört den Übergang in den Schlafzustand. Der Körper soll denken, das Bewusstsein befände sich bereits im Tiefschlaf.

Die besondere Schwierigkeit ist es, das Bewusstsein in echt aktiv zu halten ohne dass der Körper es mitbekommt. Das geschieht durch Konzentration auf bestimmte Gedanken oder die eigene Atmung. Die Gedanken müssen aber konzentriert bleiben. Denkt man nämlich zu viel und kommt in einen fortlaufenden Gedankenfluss, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man ganz normal einschläft.

Wenn bis hier in alles “richtig” läuft, folgt nun der Übergang in die Schlafparalyse, gefolgt vom Eintreten des luziden Traums. Genau hier ist wieder Konzentration und Disziplin Vorraussetzung. Während des Übergangs in die Schlafparalyse kann es sein, dass man ein merkwürdiges Körpergefühl entwickelt. Es heißt, dass man sich fühlt, als würde der Körper beschwert werden oder als würde er sich im Raum bewegen. Auch von gefühlter Wärme oder kribbelnden in den Gliedmaßen wird berichtet. Auch kann es sein, dass man akustische Halluzinationen bekommt. Beispielsweise kann man ein Rauschen hören. 

Hat sich die Schlafparalyse eingestellt, folgt der Klartraum. Typisch können hier optische Halluzinationen, wie Bilder oder Muster sein. Der Übergang in den luziden Traum ist daher auf jeden Fall eine besondere Erfahrung. Wichtig ist, dass man nicht bewusst eingreift oder versucht etwas gegen die verschiedenen Halluzinationen zu machen. Denn greift man ein, scheitert man ganz kurz vor dem tatsächlichen Klartraum.

Übung macht den Meister

Es braucht Übung und Fingerspitzengefühl, den Durchbruch wirklich zu schaffen. Auch Reality Checks sollte man so lange unterlassen, bis es in der eigenen Wahrnehmung keinen Zweifel mehr gibt, dass man sich im Zustand des Träumens befindet. Hat man den Durchbruch in den Klartraum geschafft, sind alle Symptome der Übergangsphase verschwunden. Das reale Körpergefühl ist nicht mehr spürbar oder wahrnehmbar, es gibt nur noch das Bewusstsein und die Traumwelt, ansonsten herrscht eine völlige Leere. Das ist der genau der richtige Zeitpunkt für einen Reality Check und der Anfang einer außergewöhnlichen Erfahrung.

5. DILD – Methode

DILD steht für Dream-Initiated Lucid Dream und heißt „trauminduzierter Klartraum“. Mit der DILD-Technik erkennt man während eines Traums, dass man träumt.

Hierbei wird der Traum durch den Traum selbst induziert. Zum Beispiel, indem man einen Realitäts-Check durchführt oder man sich eine unrealistische Szene vorstellt, die einen luzide werden lässt. Sich wiederkehrende Traumsymbole zu merken ist auch eine Technik. Des Weiteren kann man im Traum eine Traumgestalt bitten, dass sie einem beim nächsten Traum daran erinnert, dass man träumt.

6. Polyphasischer Schlaf

Beim polyphasischen Schlaf schläft man in der Regel 6 Mal 20 Minuten lang und das gleichmäßig über den Tag verteilt. Dadurch lernt der Körper und der Geist nach knapp 2-3 Wochen, sofort nach dem Einschlafen in eine Traumphase (REM-Phase) zu kommen. Denn normalerweise geschieht das erst nach ca. 90 Minuten. In dieser Zeit geht das Wachbewusstsein irgendwo in der ersten Tiefschlafphase verloren. Durch den polyphasischen Schlaf kann das Bewusstsein den Eintritt in die Traumwelt aktiv miterleben, was jede polyphasische Schlafphase zu einer luziden Traumphase werden lässt.

7. MILD – Methode

Reality Checks und die Entwicklung des Traumgedächtnisses sind die wichtigsten Grundlagen, die luzider Träume unterstützen bzw. sie herbeiführen. Die MILD-Methode ist eine Technik, bei der man sich vor dem Einschlafen bewusst auf die Einleitung eines Klartraums vorbereitet. MILD steht für Mnemonic Induction of Lucid Dreams, also die gedächtnisgestützte Einleitung luzider Träume.

Die Technik beruht darauf, dass man ein persönliches “Mantra” immer wiederholt, damit es sich in das Gedächtnis einbrennt und dadurch einen Klartraum initiiert. Ein solches Mantra kann zum Beispiel sein, dass man sich immer wieder einredet, dass man einen Klartraum haben wird oder sich mehrmals hintereinander sagt, dass man Reality Checks macht und bemerkt, dass man träumt.

Wichtig ist, bestimmte Formulierungen zu wählen. Beim “Einreden” dieser Sätze sollte man keine Formilierungen wie „Ich möchte…“ oder „Ich wünsche mir…“  benutzen, denn diese zu schwach und lassen die Möglichkeit offen, keinen luziden Traum zu haben. Auch Formulierungen die Druck aufbauen, sind ungeeignet. Durch ein Mantra das mit „Ich muss…“ anfängt entsteht unbewusster Stress, der das Auftreten eines luziden Traums verhindert.

Sein persönliches Mantra wiederholt man in Gedanken vor dem Einschlafen immer wieder. Man sollte so entspannt wie möglich sein und die Gedanken des Tages hinter sich lassen. Unterstützend kann auch sein, vorher gewisse Entspannungsübungen durchzuführen oder zu meditieren. Denn in einem entspannten Zustand vor dem Einschlafen konzentriert man sich so gut es geht nur auf das Mantra. Es sollte das Letzte sein, an das man vor dem Einschlafen denkt.

Traum

Luzides Träumen Gefahren

Einige behaupten, dass luzides Träumen gefährlich sei, da man sich im Klartraum verlieren könnte und nicht mehr aufwacht oder zwischen Realität und Klartraum irgendwann nicht mehr unterscheiden kann. Alle Klarträumer sind bis jetzt immer wieder ins Wachleben zurückgekommen und keiner hat Unterschied zwischen Traum und Wachzustand vergessen. Im Gegenteil, denn um erfolgreich luzide träumen zu können, musst man erlernen, zwischen Traum und Wachzustand zu unterscheiden, um einen Traum überhaupt als solchen erkennen zu können.

Traumbewusstsein/ Traumerinnerung

Menschen mit wenig oder keinem Traumbewusstsein bekommen von ihren Träumen so gut wie nichts mit und können sich daher auhc nicht an sie erinnern. Wenn man genau zu diesen Menschen zählt, wird man mit Realitäts-Checks oder der DILD-Methode keinen Erfolg haben. Man sollte es aber mit dem Mindsurfing oder der WILD-Methode testen.

Man kann auch das Traumbewusstsein bzw. die Traumerinnerung fördern bzw. verbessern. Das funktioniert folgendermaßen:

  • Direkt nach dem Erwachen nicht bewegen und die Traumbilder, die man hat nochmal in Gedanken durchgehen.
  • Schlafzimmer abdunklen, denn Licht hindert die Traumerinnerung.
  • Vor dem Einschlafen konzentriert sein und sich vornehmen auf die Träume zu achten und sich an sie zu erinnern.
  • Traumtagebuch führen und direkt nach dem Aufstehen alle Traumerinnerungen notieren.
  • Einen zweiten Wecker 1-2 Stunden vor dem üblichen Aufstehens stellen, ein Glas Wasser trinken und Punkt 3 wiederholen.

Schlafphasen

Um das luzide Träumen zu erlernen muss man die Schlafphasen kennen. Wirklich träumen kann man nur während der REM-Phase (Rapid-Eye-Movement Phase). Mit der WILD-Methode, dem Mindsurfing und dem polyphasischen Schlaf umgeht man die REM-Phase und gelangt sofort in die Traumphase ohne das Bewusstsein zu verlieren.

Falsches Erwachen

Sobald man die ersten luzide Träume erlebt, kann es passieren, dass man “falsch” aufwacht. Denn wenn man bewusst wahrnimmt, dass man träumt, kann es sein dass man sich so freut und dadurch aufwacht. Das ist ärgerlich, da man es unter Umständen schon lange probiert hat bis es endlich funktionierte.

Manchmal wacht man aber wirklich einfach auf und der Klartraum ist vorbei. Doch es kann auch passieren, dann man nur träumt, dass man wach ist und der Traum geht wieder unbewusst weiter. Das Bewusstsein durch ein falsches Erwachen zu verlieren, kann verhindert werden, indem man nach dem Aufwachen direkt einen Realitäts-Check macht. Das gibt Gewissheit, ob man wirklich wach ist oder einen das Unterbewusstsein austricksen wollte.

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Vorteile Luzides Träumen

  • Man hat ein absolutes Freiheitsgefühl
  • Fliegen wie ein Vogel ist möglich
  • Man kann verführen wen man möchte
  • Innere Wut kann auslassen werden
  • Luzide Träumen lassen einen Adrenalin tanken
  • Man kann Superkräfte einsetzen
  • Vorträge können eingeübt werden
  • Albträume können bekämpfen werden

Erfahrungen

Wir aus dem Team hatten noch keine konkreten Erfahrungen mit luzidem Träumen. Nach der intensiven Recherche und Theorie werden wir uns aber auch in der Praxis mehr mit diesem Thema auseinander setzen. Dazu bedarf es jedoch etwas Übung und wir werden wenn es soweit ist den Artikel entsprechend updaten und davon berichten.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann gesagt sein, dass luzide Träume etwas ganz besonders sind, die auch wissenschaftlich bewiesen sind. Wenn man sich also in einem luziden Traum befindet, ist man sich bewusst darüber bist, dass man gerade träumst. Jeder der Klarträume hat, kann diese nutzen beginnen. Man kann sich z.B. vorstellen zu fliegen und Grenzen überwinde und nichts kann passieren.

Das Klarträumen erlernen kann man mit der oben genannten Anleitung. Wichtig ist es immer wieder Realitäts-Checks durchzuführen, um den Unterschied zwischen Traum Realität zu erkennen. Sie sich tagsüber regelmäßig, woran Sie erkennen, ob Sie wach sind oder träumen. Mit ein bisschen Glück und viel Übung machen Sie irgendwann einen dieser Tests auch im Schlaf.

Luzides Träumen kann praktisch jeder erlernen, auch wenn man selten träumt. Der Klartraum eignet sich als perfekter Übungsort, um Fähigkeiten aus der Realität zu üben und das Unterbewusstsein kann neu programmiert werden.

Quellen

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Anna Hetz

Anna Hetz

Hey, mein Name ist Anna und als zertifizierte Fitness Trainerin habe ich in den letzten Jahren dutzenden Menschen mit der richtigen Ernährung und Training zu einem besseren Körper verholfen. Aktuell teile ich mein Wissen auf You Optimized und bei Fragen könnt ihr euch jederzeit gerne melden.
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